Blizzard goes India

Ein faszinierender Bericht von Blizzard Rider Thomas Friedrich aus Gulmarg/Kaschmir

Freeriden in Kaschmir vom 16.02-2.03.09

Eine Reise mit Thomas Friedrich Rider

Stefan Kappl Rider

Andi Prielmaier Rider

Franz Faltermaier Fotograf


0180Im Norden Indiens, auf 2650 Metern, mitten im tief verschneiten Fichtenwald liegt Gulmarg. Wir (Andi, Stefan, Franz und ich) laufen zurück zu unserem Guesthouse und freuen uns wie kleine Kinder auf morgen. Es schneit schon seit zwei Tagen ununterbrochen und der Schnee ist so hoch wie ich. Andi sagt zu mir: „Morgen ist unser Tag.“ Denn wir hörten, dass die Sonne wieder kommt.

Wir treffen am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein unseren Guide Mamout, der uns aber gleich berichtet, dass die Gondel erst ab Mittag läuft. Die Lawinenkommission muss erst ihre Arbeit verrichten. Mamout schlägt uns bis zum Mittag eine Alternative vor: Abfahrt zur Passstrasse nach Babareshi. Also los. Wir fahren mit dem Tata Geländewagen und indischer Musik zum Ausgangspunkt. Jetzt sehen wir, was uns erwartet: 800 Höhenmeter Treeruns im feinsten Kaschmir-Powder….

Der verschneite Fichtenwald ist ein Traum. Im hüfttiefen Powder surfe ich mit meinen fetten Latten im Telemark um die Baumstämme herum, springe über Pillows und lande danach wieder weich im Powder. Es ist eine wahre Freude für uns alle. Als wir die Passstrasse erreichen, steht auch wieder unser Tata mit indischer Musik abfahrtsbereit da. Ski und Rucksäcke aufs Autodach und los. Dieses Spiel wiederholen wir dreimal bevor wir zurück zur Gondel fahren.

0526Wir sitzen eine Stunde an der Mittelstation (3050 m) und trinken Kaschmir Kawa Tee (mit Kardamon, Zimt, Safran, Mandeln, Ingwer) und nix passiert. Ich sag zu Andi mit einem Augenzwinkern: „Relax – this is Kaschmir!“ Eigentlich wäre heute „unser Tag“ am Mt. Aphawart. Es ist schon 14 Uhr, da kommt die indische Skipatrol zu uns und sagt „No skiing this Day“. Ich denke mir „Relax – this is Kaschmir!“ und muss lachen. Hier in Kaschmir läuft alles etwas entspannter ab und wir haben auch die Zeit dafür. Im Gegensatz zu Europa teilen wir diesen Berg nur mit 50 bis 60 Freeridern aus der ganzen Welt, die sich tagsüber in diesem riesigen Gebiet verlieren. Den Kampf gegen die Pistenbullis gewinnt man auch ganz locker: Hier gibt es keine. Freeride!!!

Am nächsten Tag stehen wir an der Bergstation, die sich auf 3950 Höhenmetern befindet und sehen in der Ferne den Nangar Parpat – einen der bekanntesten Achttausender. Aber ohne Lift.

Fahren wir lieber hier am Mt. Aphawart. Wir haben die Qual der Wahl: Welchen Bowl fahren wir zuerst? Zu unserer rechten Seite liegen die Sheenmai-, Hapat Khued-, Trajan- und Drang Bowls und zu unserer linken Seite die Gondola-, Apharwat Süd, Apharwat Nord und Chooti Nali Bowls.

0282Wir entschließen uns den Trajan Bowl zu zerpflügen. Jeder von uns hat den ganzen Tag lang immer eine „first line“. Der feine Powder und das Gelände sind einfach perfekt, um riesige Bögen hinein zu ziehen. Vereinzelt stehen kleine Kolonien von Pepper Trees herum, die 90 Grad zum Hang wachsen. Nach 800 Höhenmetern purer Freude queren wir nach links, um zurück zur Mittelstation zu gelangen. Wir vier schauen uns an und jeder hat ein fettes Lachen im Gesicht. Also auf zum nächsten Flug mit der Gondel, sagt Franz zu uns. Da hat er Recht. Wir fliegen zu unberührten Hängen, die man sonst nur mit dem Helikopter erreicht.

Die nächsten Tage verbringen wir nicht anders, immer gleich: Frühstück, Surfen im Powder, Kaschmir Kawa Trinken, Abendessen bei Roger (das wohl beste Essen in Gulmarg) und Schlafen. Sechzehn Stunden Flug in eines der letzten Freeride-Gebiete der Welt lohnen sich immer.

An unserem letzten Skitag hat unser Guide Mamout eine besondere Abfahrt für uns auf Lager. 2500 Höhenmeter am Stück bis zur Ortschaft Drang. Mamout hat nicht zuviel versprochen. Er führt uns erst über freie Hänge, danach durch einen verschneiten Fichtenwald direkt ins Tal, wo wir bekannte, indische Musik hören. Diese kommt natürlich aus unserem Tata-Taxi. Auf dem Weg nach Gulmarg halten wir, um einen Kaschmir Kawa zu trinken. Es könnte der letzte für dieses Jahr sein.

Autor: Thomas Friedrich

(More pics unter „PICS“)

1 Kommentar(e)

  1. Geiles Video! Freue mich schon auf die nächsten


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